Enthaarungscreme selber machen?

Eine echte Enthaarungscreme solltest du nicht selber machen: Die wirksamen Stoffe sind ätzend, und ohne Laborkontrolle von Konzentration und pH-Wert drohen schwere Verätzungen. Was du gefahrlos zu Hause herstellen kannst, ist Zuckerpaste aus Zucker, Wasser und Zitronensaft – sie löst die Haare nicht auf, sondern zieht sie heraus.

Wichtig: Mische niemals selbst Rezepturen mit Laugen, Kalk, Thioglykolsäure oder anderen Chemikalien zur Haarentfernung. Solche Mischungen können die Haut und bei Spritzern die Augen schwer schädigen. Hast du eine selbst gemischte Substanz auf der Haut und es brennt, spüle sofort mindestens 15 Minuten mit fließendem Wasser. Bei Verätzung, Augenkontakt oder Atemnot den Notruf 112 wählen, sonst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Warum DIY-Enthaarungscreme gefährlich ist

Gekaufte Enthaarungscremes arbeiten mit Salzen der Thioglykolsäure in einer stark alkalischen Grundlage. Das funktioniert nur, weil Hersteller Konzentration, pH-Wert und Einwirkzeit genau aufeinander abstimmen. Die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 begrenzt den Wirkstoffgehalt und den pH-Bereich, und jedes Produkt braucht eine Sicherheitsbewertung, bevor es verkauft werden darf.

Zu Hause fehlt all das. Schon kleine Abweichungen haben große Folgen:

  • Zu viel Lauge: Der pH-Wert steigt, und die Mischung greift die Haut schneller an als das Haar. Das Ergebnis kann eine chemische Verbrennung sein, die oft erst verzögert schmerzt.
  • Ungleichmäßige Mischung: Ohne Emulgatoren verteilen sich die Stoffe nicht gleichmäßig. Eine Stelle bekommt viel mehr Wirkstoff ab als die andere.
  • Keine Zeitangabe: Bei einer selbst gemachten Mischung weiß niemand, wann das Haar gelöst ist und wann die Haut Schaden nimmt.
  • Gefährliche Rohstoffe: Ätzende Chemikalien zu kaufen, zu lagern und abzuwiegen birgt eigene Risiken für Augen, Atemwege und Kinder im Haushalt.

Rezepte, die online mit Branntkalk, Löschkalk oder Abflussreiniger arbeiten, sind deshalb keine Alternative. Wir geben dazu bewusst keine Anleitung.

Hausmittel, die nicht funktionieren

Neben gefährlichen Rezepten kursieren harmlose, aber wirkungslose Tipps. Keines dieser Hausmittel löst Keratin auf:

HausmittelVersprechenRealität
Kurkuma-PasteHaare werden mit der Zeit wenigerkeine belegte Wirkung, färbt Haut und Textilien gelb
Papaya oder AnanasEnzyme lösen Haare aufdie Enzyme sind zu schwach und kurzlebig, um Keratin zu zerlegen
Natron mit Wasserschwächt die Haarezu gering alkalisch für Haarentfernung, kann aber die Haut reizen
Ei und SpeisestärkeMaske zieht Haare herausreißt allenfalls feine Härchen ab, hygienisch problematisch
WasserstoffperoxidHaare verschwindenbleicht die Haare nur, entfernt sie nicht und kann die Haut reizen

Auch Pflanzenextrakte und Öle in gekauften Cremes entfernen keine Haare. Wie viel „Natur“ in einer Enthaarungscreme überhaupt stecken kann, erklärt Natürliche Enthaarungscreme: Was dran ist.

Die sichere DIY-Alternative: Zuckerpaste

Zuckerpaste ist die einzige Enthaarungsmethode, die du mit Küchenzutaten sicher selbst herstellen kannst. Sie besteht aus drei Zutaten und ist wasserlöslich. Das Prinzip ähnelt dem Waxing: Die Paste umschließt die Haare und zieht sie beim Abziehen mit der Wurzel heraus. Das Ergebnis hält deshalb oft mehrere Wochen, ist aber nicht schmerzfrei.

Zutaten für eine kleine Menge:

  • 200 g weißer Zucker
  • 50 ml Wasser
  • 50 ml frisch gepresster Zitronensaft
  1. Alles in einen Topf gebenZucker, Wasser und Zitronensaft in einem kleinen Topf mit hellem Boden verrühren, damit du die Farbe gut erkennst.
  2. Bei mittlerer Hitze köchelnUnter gelegentlichem Rühren erhitzen, bis der Zucker gelöst ist und die Masse blubbert. Danach ohne starkes Rühren weiterköcheln lassen.
  3. Auf die Farbe achtenSobald die Masse goldgelb bis honigfarben ist, vom Herd nehmen. Das dauert meist etwa 10 bis 15 Minuten. Wird sie dunkelbraun, ist sie zu weit und wird hart.
  4. Probe machenEinen Tropfen in ein Glas kaltes Wasser geben. Lässt er sich zu einer weichen, formbaren Kugel kneten, stimmt die Konsistenz.
  5. Abkühlen lassenIn ein hitzefestes Glas füllen und abkühlen lassen, bis die Paste nur noch lauwarm ist. Heißer Zucker verursacht schwere Verbrennungen – prüfe die Temperatur immer zuerst an der Innenseite des Handgelenks.

Die fertige Paste hält sich verschlossen bei Raumtemperatur mehrere Wochen. Ist sie zu fest geworden, erwärmst du sie im Wasserbad vorsichtig wieder.

So wendest du Zuckerpaste an

  1. Haut vorbereitenHaare sollten einige Millimeter lang sein. Die Haut muss sauber und trocken sein, ohne Lotion oder Öl. Etwas Speisestärke oder Babypuder hilft, damit die Paste an den Haaren statt an der Haut haftet.
  2. Gegen die Wuchsrichtung auftragenEine walnussgroße Portion mit den Fingern oder einem Spatel gegen die Wuchsrichtung aufstreichen und mehrmals andrücken. Passende Spatel und Vliesstreifen stellt der Beitrag Spatel und Zubehör vor.
  3. Mit der Wuchsrichtung abziehenDie Haut mit der anderen Hand straff halten und die Paste mit einem schnellen, flachen Ruck in Wuchsrichtung abziehen.
  4. Reste abwaschenZuckerpaste löst sich in lauwarmem Wasser. Danach die Haut mit einer parfumfreien Pflege beruhigen.

Für den ersten Versuch eignen sich die Unterschenkel. Gesicht, Achseln und Bikinizone erfordern Übung und straff gehaltene Haut. Teste zuerst an einer kleinen Stelle, wie deine Haut reagiert. Bei Krampfadern, Wunden, Sonnenbrand und entzündeter Haut verzichtest du auf Zuckerpaste.

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Oder doch eine gekaufte Creme?

Wenn dir Zuckerpaste zu schmerzhaft oder zu aufwendig ist, ist eine gekaufte Enthaarungscreme die sichere Wahl. Sie ist schnell, schmerzfrei und bei richtiger Anwendung für viele gut verträglich. Vor der ersten Anwendung steht ein Verträglichkeitstest 24 Stunden vorher, danach folgst du der Anleitung Enthaarungscreme richtig anwenden. Wer Zeit sparen möchte, findet unter Enthaarungscreme unter der Dusche eine praktische Variante. Alle Grundlagen sammelt der Ratgeber.

Häufige Fragen

Kann man Enthaarungscreme selber machen?

Eine chemische Enthaarungscreme solltest du nicht selbst herstellen. Ohne kontrollierte Konzentration und pH-Wert drohen Verätzungen. Sicher selbst herstellen lässt sich nur Zuckerpaste, die nach einem anderen Prinzip funktioniert.

Wie mache ich Zuckerpaste selbst?

Etwa 200 g Zucker mit je 50 ml Wasser und Zitronensaft bei mittlerer Hitze köcheln, bis die Masse honigfarben ist. Abkühlen lassen, bis sie nur noch lauwarm ist, und die Temperatur vor der Anwendung am Handgelenk prüfen.

Was tun, wenn die Zuckerpaste zu flüssig oder zu hart ist?

Zu flüssige Paste hat zu kurz gekocht und kann noch einige Minuten weiterköcheln. Zu harte Paste lässt sich mit ein paar Tropfen Wasser im Wasserbad wieder weicher machen. Dunkelbraune, verbrannte Paste besser neu ansetzen.

Gibt es Hausmittel, die Haare auflösen?

Nein. Kurkuma, Papaya, Natron oder Wasserstoffperoxid lösen kein Keratin auf. Wasserstoffperoxid bleicht die Haare lediglich und kann die Haut reizen.

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